Rädertausch – Reifenratgeber

Ein Rädertausch findet entweder statt, weil von Sommerreifen auf Winterreifen, bzw. umgekehrt, umgerüstet wird, oder weil Abnutzungserscheinungen der aktuell montierten Räder einen Positionswechsel erforderlich machen.

Beim saisonalen Rädertausch ist zunächst das Alter der zu montierenden Räder und deren Profiltiefe zu prüfen. Ist der Reifen nicht zu alt und die Profiltiefe in Ordnung, so sind die besseren Reifen, unabhängig von der Antriebsart, auf die Hinterachse zu montieren. Achten Sie bei laufrichtungsgebundenen Reifen unbedingt auf die Laufrichtung.

Die zu demontierenden Reifen werden vor der Demontage gemäß ihrer Position gekennzeichnet. Die Kennzeichnung sollte mit spezieller Reifenkreide vorgenommen werden, da sch diese beim Reinigen von Reifen und Felge nicht abwäscht. Damit es in Folgejahren nicht zu Verwechslungen kommt, sind die Markierungen auf der Lauffläche aufzubringen. VL steht für vorne links, VR für vorne rechts, HL für hinten links und HR für hinten rechts.

Eine Kontrolle der demontierten Reifen gibt Rückschlüsse auf das Fahrwerk Ihres Fahrzeugs. Sind die Reifen einseitig abgenutzt, so ist eine Achsvermessung und Spureinstellung vorzunehmen. Sind beide Außenseiten des Reifens abgefahren, so war der Reifendruck zu gering. Bei abgefahrenem Profil in der Mitte der Lauffläche wurde mit zu hohem Reifendruck gefahren. Streichen Sie mit der flachen Hand in beiden Richtungen über die Lauffläche, nicht um den Reifen für seine gute Arbeit zu loben, sondern um Wellenbildung oder Sägezahnprofil zu erkennen. Ist die Reifenoberfläche nicht rund, sondern wellenförmig, sind die Stoßdämpfer zu überprüfen und gegebenenfalls zu wechseln. Der wellenförmige Reifen muss entsorgt werden. Sein Fahrverhalten ist unkomfortabel und die Wellenbildung lässt die neuen Stoßdämpfer schneller verschleißen. Fühlt sich die Reifenoberfläche in eine Richtung gestrichen glatt, in die entgegengesetzte Richtung wie eine Säge an, so spricht man vom Sägezahnprofil.

Dies kann durch Fahrwerksfehler hervorgerufen werden, kann jedoch auch bei einwandfreiem Fahrwerk auftreten. Die Sägezahnbildung kann bei nicht laufrichtungsgebundenen Reifen reduziert werden, indem der Reifen auf die andere Fahrzeugseite montiert wird. Das Fahrwerk sollte dennoch überprüft werden.

Beim Montieren der Räder sind die Radschrauben bzw. Radmuttern gleichmäßig und über Kreuz anzuziehen, damit die Felge sich nicht auf der Radnabe verkantet. Das Anziehen mit dem richtigen Drehmoment ist nicht etwa nur für die kostbaren Alufelgen wichtig, der gleichmäßige Anzugsdrehmoment verhindert auch Spannungen auf der Bremsscheibe.
Verwenden Sie unbedingt die für die Felge vorgesehenen Radschrauben bzw. Radmuttern. Nur sie sorgen für sicheren Halt und vermeiden Schäden an Felge, Schraube/Mutter und Bremsanlage. Sind für die zu montierenden Räder andere Schrauben oder Muttern erforderlich, denken Sie bitte daran, für das Ersatzrad einen richtigen Satz in den Kofferraum zu packen.

Bei schwergängigen Schrauben oder Muttern verzichten Sie bitte auf Kupferpaste oder den Tropfen Öl. Durch die Hitzeentwicklung der Bremse bewirkt Kupferpaste das Gegenteil und brennt die Verschraubung regelrecht fest. Der Tropfen Öl wird bei Hitze dünn und großvolumig. Bedingt durch die Rotationsbewegung kann das Öl dann auf die Bremsscheibe gelangen. Wer gut schmiert, der fährt zwar bekanntlich auch gut, nur mit dem Bremsen ist es dann vorbei! Kernseife oder etwas Geschirrspülmittel sind die gefahrenloseren Helfer in diesem Fall.

Reifenventile sind sehr empfindlich gegen Staub und Nässe. Falls an einem Reifenventil die Staubschutzkappe fehlen sollte, lassen Sie sich von Ihrer Werkstatt oder Ihrem Reifenhändler eine neue geben. In den meisten Fällen bekommen Sie diese gratis. Für die “kostengünstige Beschaffung” auf dem Supermarktparkplatz gibt es absolut keinen Grund. Besonders attraktive Staubschutzkappen gibt es im Zubehörhandel, doch bedenken Sie dabei, dass diese Staubschutzkappen nicht nur Blicke, sondern auch Diebe anziehen.

Leichtmetallfelgen werden vielfach mit Felgenschlössern gegen Diebstahl gesichert. Die Aufnahmefläche von Felgenschloss und Schlüssel (Adapter) ist sehr empfindlich. Die Verwendung von Druckluftschraubern wird daher von den Herstellern dieser Felgenschlösser untersagt. Reifenmonteure setzen sich jedoch aus Bequemlichkeit und Zeitdruck gerne über dieses Verbot hinweg. Soll der Rädertausch in einer Werkstatt vorgenommen werden, ist es ratsam, eine Werkstatt zu wählen, in der Sie dem Monteur bei der Arbeit über die Schulter schauen können.

Weist ein Felgenschloss bereits Beschädigungen oder Abnutzungsspuren auf, sind die Felgenschlösser zu entfernen und gegen einen Satz neue Felgenschlösser zu tauschen. Ein nicht lösbares Felgenschloss stellt Sie im Falle einer Reifenpanne vor ein großes Problem.
Nach einigen Kilometern Fahrstrecke können sich die montierten Räder nochmals setzen. Ein Nachziehen der Radschrauben bzw. der Radmuttern sollte daher nach 50, spätestens nach 100 Kilometern erfolgen.

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