Reifensünden – Reifenratgeber

Reifen sind wie Elefanten. Sie sind stark, dickhäutig und vergessen nichts.
Schnell ist es passiert; der Wagen rutscht auf glatter Fahrbahn weg und knallt hart gegen den Bordstein. Ein prüfender Blick, doch zum Glück scheint nichts passiert zu sein.

Doch der Schein trügt, denn unter dem Gummi sind unzählige Fasern der Reifenseitenwand gerissen. Die vielen, noch intakten Fäden übernehmen die Aufgabe der Stabilisierung des Reifens und es sieht so aus, als wäre dem Reifen nichts passiert. Bei jedem Schlagloch und bei jeder noch so vorsichtigen Auffahrt auf Bordsteine brechen weitere Fasern. Da diese nicht “heilen” summiert sich die Anzahl der zerstörten Fasern.

Sind zu viele Fasern gerissen, kommt es zur Beulenbildung an der Seitenwand und der Reifen kann platzen.
Bevor es zur Beulenbildung kommt, ist es nicht erkennbar, welche Schäden sich bereits summiert haben. Aus diesem Grund wurde in diesem Reifenratgeber bereits vor runderneuerten und gebrauchten Reifen gewarnt.

Zu den häufigsten Reifensünden gehören nach den Bordsteinauffahrten der falsche Reifendruck. Bei einem zu hohen Reifendruck wird die Lauffläche rund und liegt nur im mittleren Bereich richtig auf der Fahrbahn auf.

Die Folgen sind der erhöhte Reifenverschleiß, die Lauffläche nutzt sich mittig stärker ab, als an den Rändern, schlechte Kurvenstabilität, schwammiger Geradeauslauf, reduzierter Komfort und ein erheblich längerer Bremsweg. Bei einem zu niedrigen Reifendruck verhält es sich ähnlich. Der Reifen drückt durch und nutzt an den Rändern stärker ab, als in der Mitte der Lauffläche. Kurvenstabilität und Geradeauslauf sind miserabel, der Kraftstoffverbrauch steigt und der Reifenunterbau kann Schaden nehmen. Bei zu niedrigem Luftdruck kommt des Weiteren eine erhöhte Aufheizung des Reifens hinzu die im Extremfall mit einem Reifenplatzer endet.

Der prüfende Tritt gegen die Seitenwand gibt Auskunft darüber, ob Fäden der Seitenwand beschädigt sind. Lag keinerlei Beschädigung vor, so sind spätestens nach dem Tritt ein paar Fäden gerissen.

Der Reifentritt ist somit der ideale Ratgeber für den Gebrauchtwagenkauf. Von einem Reifentreter sollte man weder Fahrzeug, Reifen noch Ratschläge annehmen. Der vermeintliche Fachmann signalisiert mit dem Tritt gegen die Reifen, dass er von Reifen und Autos nicht die leiseste Ahnung hat.

Das Auto ist schmutzig und die Felgen auch. Ein kurzer Stopp in der Waschbox soll Abhilfe schaffen, doch lauern hier schon die nächsten Sünden für Lack und Reifen. Kleine Lackschäden, bedingt durch Steinschlag, sind idealer Angriffspunkt für den harten Strahl des Hochdruckreinigers und so fliegt nicht nur der Schmutz, sondern auch ganze Lackteile weg.

Mit dem Reifenprofil verhält es sich genauso. Auch die Profilblöcke bilden eine Angriffsfläche und können vom Hochdruckreiniger beschädigt werden. Sowohl für Lack als auch für Reifen gilt es daher, die Lanze auf Abstand zu halten. Um den Schmutz dennoch gut entfernen zu können, gibt es die Waschbürsten oder eben den guten, alten Autowasch-Schwamm. Auch wenn die Verschmutzung auf der Motorhaube noch so hartnäckig ist, keiner käme wohl auf die Idee, den Lack mit einem ätzenden, säurehaltigen Reiniger zu waschen. Der Lack Ihrer Stahl- oder Alufelgen sollte das gleiche Recht genießen.

Geben Sie Ihren Felgenreiniger beim Entsorgungsbetrieb ab und reinigen Sie auch Ihre Felgen mit Schwamm und Seifenwasser. Die aggressiven Felgenreiniger greifen den Lack der Felgen an und machen erneute Verschmutzungen umso hartnäckiger und sie schaden obendrein noch Ihren Reifen. Die ätzenden Inhaltsstoffe der Felgenreiniger greifen den Gummi der Reifen an und lassen sie schneller altern.

Gerät beim Tanken etwas Kraftstoff auf die Reifen, so ist dieser mit Seifenwasser zu entfernen, da auch Kraftstoffe und Öl den Gummi angreifen. Die Reinigung der Reifen kann durchaus in der Waschbox erfolgen und ggf. gleich mit einer Autowäsche verbunden werden, doch wie gesagt: Abstand halten!

Hier gehts zurück zum Autoreifenratgeber.