Wozu sind Stoßdämpfer gut?

Der Stoßdämpfer dämpft nicht wirklich die Stöße ab, wie der Name vermuten lässt. Unebenheiten in der Fahrbahn werden von den Reifen und den Federn geschluckt. Der Stoßdämpfer ist eine Art Gegenspieler zur Feder und wird in Fachkreisen Schwingungsdämpfer genannt. Das klingt vielleicht im ersten Moment widersprüchlich, ist aber leicht erklärt. Ohne diesen Gegenspieler würde schon bei geringsten Geschwindigkeiten das Fahrzeug derartig aufschaukeln, dass es wie ein Flummi von der Fahrbahn hüpfen würde.

Bei ermüdeten Stoßdämpfern reichen bereits flache Schwellen aus, um das Rad beim Auftreffen so weit einfedern zu lassen, dass es kurzzeitig vom Boden abhebt. Entsprechend weit ist anschließend auch der Weg des Ausfederns und so hängt der Reifen für den Bruchteil einer Sekunde in der Luft. Beim Aufsetzen tritt der gleiche Effekt ein, wie bei einem landenden Flugzeug; das Rad radiert kurzzeitig und es entstehen Auswaschungen am Reifen. Sind diese erst entstanden, müssen neben den Stoßdämpfern auch noch die Reifen ausgetauscht werden. Des Weiteren federt ein Fahrzeug mit defekten Stoßdämpfern bei schlechter Wegstrecke oftmals bis zum Anschlag ein, was die Anschlaggummis, die Staubschutzhülle und diverse Gummilager der Achsaufhängung schädigen.

Im Klartext bedeutet dies, dass derjenige, der mit dem Wechsel der Stoßdämpfer zu lange wartet, in den Augen des Meisters nun statt der Dollarzeichen gleich den ganzen Jackpot sieht. Dabei ist der Kostenfaktor noch das kleinste Übel, denn ein defekter Stoßdämpfer stellt ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko dar.  Die starke Seitenneigung führt zu einer mangelhaften Kurvenstabilität, der Bremsweg verlängert sich und das Fahrzeug wird bei Bodenwellen zur Affenschaukel.

Die starke Seitenneigung in Kurven führt zu einer extremen Belastung der äußeren Reifen und damit auch zu erhöhtem Reifenverschleiß, während die inneren Reifen entlastet werden und im Extremfall sogar abheben. Die auftretenden Querkräfte müssen somit fast zu 100% von nur zwei Reifen aufgefangen werden.

Schon bei 50 Km/h bewirken bei einem VW Golf zwei defekte Stoßdämpfer an der Hinterachse, einen verlängerten Bremsweg von einer kompletten Autolänge.

Bodenwellen führen bei defekten Stoßdämpfern zum Aufschaukeln des Fahrzeugs. Nicht nur besonders unangenehm für Mitfahrer, die leicht seekrank werden, sondern in erster Linie für die Fahrerin bzw. den Fahrer, der das Fahrzeug nur mit großer Mühe auf der Straße halten kann. Eine eventuell notwendige Vollbremsung ist so gut wie nicht mehr möglich, ohne dabei die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren.